Zahlen, Daten, Fakten?! – Mein Weg in die Pflegewissenschaft

Am 04. Oktober 2019 war es soweit: Nach meinem Wechsel von der Alten- in die Kinderkrankenpflege im Jahr 2018, von dem ich bereits berichtete, begann für mich erneut ein neuer Lebensabschnitt.

Wohin? An die Uni! Denn an diesem Tag hatte ich meine erste Vorlesung im Studiengang „Angewandte Pflegewissenschaften“ an der Evangelischen Hochschule Nürnberg.

Auf einmal Studentin! Oder doch noch Pflegefachkraft?

Wie es wohl den Meisten geht, die berufsbegleitend studieren möchten, stellte sich für mich vor Beginn meines Studiums die Frage: Schaffe ich das alles? Studieren und arbeiten? Dank des flexiblen Arbeitszeitmodells des Kindls zweifelte ich jedoch keine Sekunde daran und beschloss, ab sofort in die Welt der Pflegewissenschaften einzutauchen. 

Nun verbringe ich jeweils eine Woche im Monat an der Hochschule, die restlichen drei Wochen des Monats versorge ich weiterhin meine kleinen Patienten. Auch nach einem Semester habe ich mich noch nicht so ganz daran gewöhnt, dass ich nicht mehr nur Pflegefachkraft, sondern von nun an auch Studentin bin. Beruf und Studium lassen sich beim Kindl super miteinander vereinbaren. Ich habe nicht den Eindruck, hinsichtlich des Studiums oder meiner Arbeit derzeit Abstriche machen zu müssen.

Meine Motivation: Das Potential der Pflege fördern

Was treibt mich an Pflegewissenschaften zu studieren? Und wie sieht das Ganze eigentlich aus?

Auf dem Weg zur Professionalierung der Pflege sollen Studierende in der Pflege befähigt werden, einen wissenschaftlichen Blickwinkel auf ihre Arbeit einzunehmen, welche sie in der Regel schon mehrere Jahre routiniert ausführen. Für mich und meine Kommilitonen hieß es in den ersten Wochen meines Studiums somit erst einmal, die Grundsteine des wissenschaftlichen Arbeitens kennenzulernen. Seither beschäftige ich mich neben meiner sehr praktischen Arbeit in der ambulanten Kinderkrankenpflege, parallel in der Theorie mit den Grundlagen der Statistik bzw. Sozialforschung oder auch grundlegende Fragen des Erkenntnisgewinns im Rahmen der Wissenschaftstheorie. Dieses Wissen benötigen wir, um beispielsweise einmal Forschungsergebnisse zu interpretieren und in die direkte Patientenversorgung integrieren zu können. 

Erste Erkentnisse: Die Belange pflegebedürftiger Kinder, Jugendlicher und ihrer Familien bleiben gar unberücksichtigt

Vor allem durch meinen kontrastreichen beruflichen Umbruch habe ich den Eindruck gewonnen, dass in der öffentlichen und gesundheitspolitischen Debatte die Versorgung multimorbider, geriatrischer Patienten klar im Fokus aller Betrachtungen steht.  Aufgrund des demografischen Wandels und der steigenden Lebenserwartung auch nicht ohne Grund! Die Belange pflegebedürftiger Kinder, Jugendlicher und ihrer Familien scheint nur am Rande Beachtung zu finden.

Deutlich wurde mir dies bei der Recherche zu meiner ersten Hausarbeit. Im Rahmen dieser Arbeit beschäftigte ich mich mit der Erfassung und Definition von Mangelernährung bei pädiatrischen Patienten. Während dieses Thema in der Erwachsenenpflege die notwendige Beachtung als wichtiges pflegewissenschaftliches Phänomen in Deutschland gefunden hat, finden sich für die Pädiatrie hierzu überwiegend nur wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse aus dem englischsprachigen Raum.

Der Weg zur Professionalisierung – er scheint noch lang!

Wenn es darum geht, die Pflege als eigenständige wissenschaftliche Disziplin zu betrachten, finden Diskussionen um diese Thematik, speziell im deutschsprachigen Raum, leider erst langsam Gehör. Das Beispiel meiner Hausarbeit macht deutlich, dass die Pflege als eigenständige wissenschaftliche Disziplin in Deutschland noch einen langen, aber auch spannenden Weg vor sich hat

Speziell in Zeiten von Generalistikdebatte und Pflegenotstand wird einem im Studium, mit vertiefenden Einblicken und Diskussionen zu den aktuellen pflegepolitischen Themen, erst bewusst, welches Potential unser Beruf eigentlich hat und was eine sich stetig weiter entwickelnde Pflegeforschung für eine professionelle und ganzheitliche Patientenversorgung leisten kann.

Schaue ich nun auf die letzten Wochen meines ersten Semesters zurück, waren diese voll von neuen und spannenden Eindrücken. Ich bereue es keinesfalls, diesen Weg eingeschlagen zu haben. Am meisten freue ich mich darauf, die Inhalte meines Studiums einmal in die Versorgung unserer kleinen Helden einbringen zu können.

(Mein) persönlicher Beitrag auf dem Weg in die Pflegeprofession, als eigenständige wissenschaftliche Disziplin!

Franziska R

Autorin: Franziska R., Altenpflegerin und Pflegefachkraft für außerklinische pädiatrische Beatmung bei der Mobilen Ambulanten Pflegepartner GmbH & Co. KG – Münchner Kindl

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