Von der Altenpflege in die Kinderintensivpflege – (M)Ein Plädoyer für die Vielseitigkeit des Pflegeberufs

Ich kann mich noch gut an den Tag im Dezember 2017 erinnern, als ich im Auto mit gemischten Gefühlen vor meinem Mobiltelefon saß. Von einem guten Bekannten erhielt ich die Telefonnummer des Regensburger Kindls – wie vielerorts würde auch beim „Kindl“ Personal dringend gesucht. „Ich glaube, die versorgen speziell nur Kinder…“ – so oder so ähnlich hallte mir in diesem Moment die Aussage meines Bekannten durch den Kopf. „Bin ich als Altenpflegerin überhaupt die Richtige?“ fragte ich mich. Trotz meiner Selbstzweifel wählte ich an diesem Tag die besagte Nummer und wurde prompt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.

Ab diesem Zeitpunkt stellten vier junge, wundervolle Vorgesetzte des Regensburger Kindls mein berufliches Leben vollständig auf den Kopf. War ich bis vor Kurzem noch gewohnt, als Fachkraft bis zu dreißig Pflegebedürftige zu versorgen, lernte ich nun, teils schwer mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche sowie ihre Familien in ihrem Alltag zu unterstützen.

Neue Herausforderungen

Für mich begann eine spannende und lehrreiche Zeit. Ich lernte die verschiedensten, komplexen geistigen und körperlichen Einschränkungen und Erkrankungen unserer kleinen Patienten kennen. Jedes dieser Kinder stellte mit seinem individuellen Hilfebedarf eine neue Herausforderung für mich dar, denn in der häuslichen Kinderkrankenpflege gleicht kein Tag dem Anderen.

Von Anfang an wurde ich von den einzelnen Patiententeams herzlich aufgenommen und ausführlich eingearbeitet, bis ich mir die selbstständige Versorgung der Kinder und Jugendlichen zutraute. Vor allem in fachlicher Hinsicht musste ich einige Hürden nehmen, wuchs hierdurch jedoch auch persönlich über mich hinaus.

Als Anfang letzten Jahres einer unserer jugendlichen Patienten mit einem Tracheostoma und Heimbeatmung nach Wochen aus der Klinik entlassen wurde, war dies für mich Herausforderung und Chance zugleich – sah ich mich einer völlig neuen und hoch komplexen Versorgungssituation gegenüberstehen.

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Neue Qualifikationen

Das Kindl bot mir an, die Weiterbildung zur „Fachkraft für außerklinische pädiatrische Beatmung“ zu absolvieren. Im Zuge dessen wurde ich mit einigen anderen Kollegen an der Resmed-Akademie in München theoretisch geschult. Im Anschluss stand eine Hospitation auf einer interdisziplinären Kinderintensivstation an, welche ich an der Kinderklinik Erlangen absolvierte. Für mich war das eine vollkommen neue Welt, die ich mit Respekt aber auch viel Neugier betrat. Große Freude bereitete es mir vor allem, mein neu erworbenes Fachwissen in meinem praktischen Arbeitsalltag direkt umsetzen zu können. 

Mein Blick in die Vergangenheit und Zukunft

Lass ich nun mein erstes Jahr beim Regensburger Kindl Revue passieren, bereue ich keinesfalls, diesen Schritt gegangen zu sein. Ich wurde in meiner Ansicht bestärkt, dass unser Pflegeberuf – egal ob Kranken-, Kinderkranken- oder Altenpflege – eine stetige fachliche und vor allem wissenschaftliche Weiterentwicklung braucht. Ich glaube, dass wir selbst viel dafür tun können, uns von unserem Image „satt – sauber – trocken“ zu lösen. Das Thema Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und gehört damit auch in die Mitte der Gesellschaft. Auf diesem Wege möchte ich auch andere Pflegende dazu ermutigen, beruflich neue Wege zu gehen und sich fachlich und persönlich weiter zu entwickeln und über den Tellerrand hinaus zu sehen.

Ich persönlich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass mein Beruf für seinen fachlichen und zunehmend wissenschaftlichen Anspruch anerkannt wird.

Franziska R

Autorin: Franziska R., Altenpflegerin und Pflegefachkraft für außerklinische pädiatrische Beatmung bei der Mobilen Ambulanten Pflegepartner GmbH & Co. KG – Münchner Kindl

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