Perspektivwechsel sensibilisiert – Kommunikation in der Pflege

Plötzlich Patientin…

Aufgrund einer Operation am Fuß musste ich mich notgedrungen und nicht freiwillig in einen Perspektivwechsel begeben.

Plötzlich war ich Patientin und nicht mehr Krankenschwester!

Aufgeregt und etwas unsicher, was mich in den kommenden Stunden und Tagen erwarten würde, betrat ich ein bayerisches Krankenhaus nahe der österreichischen Grenze.

Ein mulmiges Gefühl beschlich mich: Ich muss die Kontrolle abgeben und mich in die Hände des Klinikpersonals begeben.

Alles andere als leicht, wenn man selbst Krankenschwester ist!

 

 

Ein überraschend herzlicher Empfang

Meine Aufregung ließ etwas nach als, als ich mit den Worten „Herzlich willkommen im Krankenhaus und einen guten Aufenthalt“ empfangen wurde. Eine ebenso herzliche Begrüßung erwartete mich bei der stationären Aufnahme. Hier bekam ich bereits die ersten Infos zum Tagesablauf – meine Unsicherheit schwand. Und über die kleinen Witze der Pflegerin, die mir mein Zimmer zeigte, konnte ich herzlich lachen.

Als mich schließlich der Assistenzarzt zur OP-Aufklärung besuchte und mir berichtete, er habe auf Nachfrage seiner Kollegen meinen Namen und Geburtsdatum gegoogelt, um eine Verwechslung mit einem gleichnamigen C-Promi auszuschließen, war das Eis gebrochen. Meine Aufregung war wie verflogen.

Alles richtig gemacht liebes Krankenhauspersonal! So baut man in einer Ausnahmesituation für Patienten Vertrauen auf.

Gelingende Kommunikation – ein grundlegender Baustein für Vetrauen

Ich fühlte mich an mein kürzlich besuchtes Kommunikationscoaching bei Frau Prof. Dr. Tewes (Crown Coaching) erinnert, an dem ich bereits zum zweiten Mal teilgenommen hatte: Sie hätte hier wahrlich nicht viel zu tun. Das Krankenhauspersonal machte in Sachen Kommunikation einen super Job. Durch die gelungene Gesprächsführung und die strukturierte Vorgehensweise konnte ich zu den Beteiligten Vertrauen aufbauen und fühlte mich sicherer.

Kommunikation ist so ein „kleines“ Wort und es steckt so wahnsinnig viel dahinter. Ein nettes Wort, ein Witz, eine liebevolle Geste, ein Kompliment, all das sind Dinge, die nichts kosten, wenn ich sie jemand anderem gebe. Im Gegenteil, man bekommt dafür einiges zurück. Eine typische Win-Win-Situation also.


(M)Ein Denkanstoß in Richtung eines gesünderen Lebens

Mit dem Erlebten möchte ich euch einen kleinen Denkanstoß geben, ob privat oder beruflich, ob alt oder jung, ob Patient/in oder Pfleger/in. Wie ich es selbst bei meinem Arbeitgeber erlebe und auch in dieser Klinik aus einer anderen Perspektive erleben durfte: Die Kommunikation in der Pflege läuft nicht überall in die verkehrte Richtung. Zum Glück! Denn das Einüben und Trainieren verschiedener Kommunikations- und Gesprächsführungstechniken in der medizinisch-pflegerischen Ausbildung nimmt oftmals noch einen viel zu geringen Stellenwert einnimmt.

Also los gehts! Bewirken wir etwas gemeinsam!

Geht raus in die Welt und sagt den Leuten wie viel sie euch bedeuten! Schluckt das ein oder andere Mal eure negativen Gedanken runter oder seht manche Dinge einfach etwas lockerer.

Macht anderen Komplimente, bedankt euch für Kleinigkeiten die von Herzen kommen, erzählt Witze oder verschenkt einfach einmal ein Lächeln! Lasst euch überraschen und erfreut euch an dem, was zurückkommt!

Warum die eigene schlechte Laune an anderen auslassen, wenn es doch auch anders geht? Schont eure Nebennierenrinde, die reichlich das Stresshormon Cortisol ausschüttet, wenn ihr euch zu sehr ärgert. Schützt euch hierdurch vor einer Palette von physischen und psychischen Krankheiten wie Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Schlaflosigkeit und Fehlfunktionen des Immunsystems, die ein Cortisolüberschuss begünstigt. Und profitiert durch eine positive Kommunikationskultur stattdessen von den vielen Glückshormonen wie Oxytocin, Noradrenalin, Dopamin und Serotonin, die euch langfristig gesund halten, leider nur deutlich häufiger aktiviert werden müssen, denn sie bleiben kürzer im Körper als das „Stresshormon“ Cortisol.


Und zu guter Letzt: Da, wo KOMMUNIKATION groß geschrieben wird

Auch und besonders in meiner Arbeit als Krankenschwester in der ambulanten Kinderkrankenpflege ist eine gute Kommunikation zwischen allen an der Versorgung beteiligen Personen unabdingbarer Bestandteil für eine vertrauensvolle und zufriedenstellende Zusammenarbeit. Wie wichtig eine gute Schulung und das Training kommunikativer Kompetenzen sind, ist hier allen glücklicherweise bewusst. So werden regelmäßig tolle Coachings in diesem Bereich angeboten.

Allen KollegInnen da draußen kann ich daher die regelmäßige Teilnahme an einem Kommunikationscoaching nur wärmstens ans Herz legen.

Ich hoffe auf baldige Genesung und freue mich schon auf meine Rückkehr ins Kindl sowie auf mein nächstes Coaching!

Bleibt gesund!

Eure Melanie

 

 

Autorin: Melanie M., Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin bei der Mobilen Ambulanten Pflegepartner GmbH & Co. KG – Münchner Kindl, Regensburger Kindl

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