Generalisierte Pflegeausbildung – die Meinung einer Kinderkrankenschwester

Seit dem 1. Januar 2020 ist es nun soweit. Ab diesem Jahr werden gemäß Pflegeberufereformgesetz die Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflegeausbildungen zu einer generalistischen Pflegeausbildung zusammengefasst.

Eine Pflegeausbildung für alle Altersbereiche, vom Frühgeborenen bis zum Greis. Ein Thema, welches mich als Gesundheits – und Kinderkrankenpflegerin in der ambulanten Kinder Intensivpflege seit einiger Zeit beschäftigt. Meine Meinung und meine Bedenken hierzu einmal loswerden zu dürfen – eine Herzensangelegenheit!

Mein Weg in die Kinderkrankenpflege

In der Grundschule hatte ich noch einen typischen Berufswunsch für junge Mädchen – Tierärztin natürlich. Anschließend in der 5. Klasse machte ich bereits einen Erste Hilfe Kurs und trat dem Schulsanitätsdienst bei. Als das erste Praktikum anstand, wusste ich überhaupt nicht was ich werden wollte und probierte aus diesem Grunde einiges aus.  In der 8. Klasse war er dann da, der Schlüsselmoment, der mich zu meinem heutigen Beruf führte:

Notfall im Schulsanitätsdienst. Ein Junge, 5. Klasse, gerade neu auf die Schule gekommen, mit Platzwunde und riesiger Beule direkt über dem Auge, wartete auf mich und den Lehrer, der seinerseits den Sanitätsdienst leitete. Aufgrund der ausgeprägten Verletzung mussten wir einen Rettungswagen rufen. Der Junge hatte furchtbar Angst. Er weinte bitterlich, doch gelang es mir, ihn mit viel Feingefühl zu trösten und ein bisschen abzulenken bis die Sanitäter eintrafen.

Als der Junge schon abgeholt war, sagte mein Lehrer damals zu mir: „Melanie wenn du nicht was mit Kindern machst, hast du ein Talent verschwendet!“. Es war wie wenn mir ein Licht aufging. Mein Berufswunsch stand fest: Ich werde Kinderkrankenschwester!

Ein generalisierter Ansatz – für mich undenkbar

Ich wollte mit KINDERN arbeiten, denn Kinder sind ehrlich und direkt. Sie sind unheimlich dankbar und hilfsbereit. Sie sind wirklich nur krank wenn es ihnen schlecht geht und sie zaubern dir fast immer ein Lächeln aufs Gesicht.

Für mich hat sich nie die Frage gestellt ob ich auch als Altenpflegerin oder Krankenschwester arbeiten könnte. Das war nie eine Option. Nur weil ich ein Talent habe, sehr einfühlsam mit Kindern zu arbeiten gilt das nicht gleichermaßen für den Umgang mit Erwachsenen oder älteren Menschen.

Mit Blick auf die generalisierte Pflegeausbildung 2020 habe ich mich gefragt, ob ich mich damals für eine generalisierte Pflegeausbildung interessiert und entschieden hätte. Wohl eher nicht!

2026, also sechs Jahre nach Beginn der neuen Pflegeausbildung, wird die Reform genau geprüft und durch den Bundestag entschieden, ob die generalistische Pflegeausbildung bestehen bleibt.

Wir werden sehen was sich durchsetzt.                    

 

 

Autorin: Melanie M., Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin bei der Mobilen Ambulanten Pflegepartner GmbH & Co. KG – Münchner Kindl, Regensburger Kindl

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